Filialkirche St. Jacobus Lutten

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Kontaktdaten

 

Filialkirche St. Jacobus
Große Straße 9
49424 Goldenstedt-Lutten


Küsterin:
Doris Kohl
Telefon: 04441/5685

Geschichte - Pfarrkirche Sankt Jacobus Lutten

Mit dem Wort "Kirche" als Gebäude ist nach seiner ursprünglichen Bedeutung "Haus des Herrn" oder "Gotteshaus“ gemeint. Jedem Gott geweihtem Haus ist der Name eines Heiligen beigegeben, der hier in besonderer Weise verehrt wird und unter dessen Schutz sich die Gemeinde gestellt hat.

In Lutten ist Kirchenpatron der hl. Jacobus major (d.h. der Ältere). Soweit bekannt ist, datiert der erste Hinweis auf das Patronat aus dem Jahre 1479, als die entsprechende Inschrift auf dem Siegel einer Urkunde erschien. Vermutlich hat Lutten frühestens Ende des 12. Jahrhunderts eine Kirche erhalten, die als Eigenkirche von Visbek aus errichtet wurde. Urkundlich belegt ist, dass Lutten 1320 als selbstständiges Kirchspiel genannt und 1322 der Zuständigkeit des Gogerichtes auf dem Desum zugeordnet wurde.

Die Gründung der Kirche beruht wahrscheinlich auf einer Schenkung der adeligen Familie derer "von Lutten". Sie übertrug nämlich bei der Übersiedlung nach Gut Lage die Wennemeiers Stelle der Kirche zum Unterhalt des Pastors. Der ursprüngliche Name ,,wedem" (=Weihetum) deutet dieses an. Das Patronatsrecht, das ist die Berechtigung der Stifter, beim Vorschlag und bei der Ernennung des Pfarrers mitzubestimmen, blieb erhalten.

Das Alter der ersten Kirche kann nicht mit Sicherheit angegeben werden, weil Archivalien darüber nicht vorhanden sind. Der angenommene Baubeginn könnte das 12. Jahrhundert sein, denn das würde mit der Pfarrgründung übereinstimmen. Weiter spricht dafür, dass im 13./14. Jahrhundert erstmals Steinmaterial zum Bauen benutzt wurde. Die Kirche war nämlich aus großformatigen Backsteinen errichtet. Sie hatte im Innern kein Steingewölbe, sondern eine flache Holzdecke, drei Eingänge, davon einen hinter dem Altar für den Geistlichen, und einen hölzernen Turm. Dieser war aus starken, eichenen Balken und Ständern gebaut und mit Planken verkleidet. Wohl einmalig an dem Turm war, dass er der politischen Gemeinde gehörte und jährlich von dieser unterhalten werden musste.

Nach dem Bau eines neuen Kirchengebäudes im Jahre 1879 wurde die alte Kirche abgebrochen, verschiedene Inventarien, unter anderem das Taufbecken und die Orgel, in die neue übernommen. Begonnen hatten die Vorbereitungen und Planungen für den Neubau bereits 1867.  Nach und nach wurde die teilweise aus der alten Kirche übernommene Inneneinrichtung (Hochaltar, Kreuzweg, Kanzel) erneuert, neue Glocken angeschafft und rund 60 Jahre später mit gestifteten Gemälden und einem monumentalen Kreuz im Chorraum ausgestattet.

In neuerer Zeit erhielt die Kirche eine moderne Orgel, Warmluftheizung und einen Stahlglockenstuhl. Weitere technische und bauliche Veränderungen passten sich in den Nachfolgejahren den Erfordernissen an. Für die aus der alten Kirche verschollene Jacobus-Statue fertigte Bildhauer Starmann aus Neuenkirchen 1985 ein neues, fast lebensgroßes Standbild des Heiligen an. Über dem Hautportal ziert seit 1982 ein mächtiges bunt verglastes Fenster mit dem Bild des Kirchenpatrons, das bei Dunkelheit von innen beleuchtet ist, den Eingang des Gotteshauses. Das wuchtige, aber schlichte Taufbecken soll aus der Zeit um 1650 stammen.

(Quelle: Hasenkamp, Engelbert. Lutten. In: Gemeinde Goldenstedt (Hrsg.). Goldenstedt-Streifzüge durch die Kirchdörfer und Bauerschaften. Goldenstedt 2011. S. 57f)